Das Gründungsjahr

Ein Jahrhundert “He löpt noch” Willen (Teil 1): Das Gründungsjahr 1911

Bereits Jahre vor der Gründung unseres Vereins lassen sich Hinweise auf ein Betreiben des Boßelsports in Willen und seiner näheren Umgebung finden. So wurde etwa am 26. Februar 1902 an der Auricher Straße ein Wettklootschießen zwischen je vier Vertretern aus Wittmund und Willen veranstaltet. Weitere Vergleiche sowohl im Klootschießen als auch mit der Boßelkugel folgten, so dass der „Anzeiger” in den Folgejahren immer wieder von Wettkämpfen mit anderen Ortschaften berichten konnte. Im unmittelbaren Vorfeld der Vereinsgründung wurde mit Reinhard Oncken schließlich auch erstmalig ein Willener Sportler namentlich erwähnt. Er tauchte in den Ergebnislisten des im Februar 1911 erstmalig ausgetragenen Kreisverbandsfestes auf. Gerade solche Teilnahmen an auswärtigen Wettkämpfen sowie eine Gründungswelle in ganz Ostfriesland dürften dabei auch in Willen den Wunsch nach dem Aufbau eines örtlichen Boßel-Vereins bestärkt haben. So verwundert es nicht, dass nur wenige Tage nach einer Anzeige, in der nach Interessenten für einen eigenen Verein gefragt wurde, in einem öffentlichen Aufruf Gegner für Vergleichswettkämpfe gesucht werden konnten. Die im März fortgesetzten Planungen zur Gründung eines Willener Boßelvereins lassen auf eine positive Resonanz auf diese Initiativen schließen.

Die entscheidenden Schritte zur Gründung wurden nun auf zwei stattfindenden Veranstaltungen getätigt. Am 9. März luden „mehrere Sportsbrüder“ alle Interessierten in den „Hof von Hannover“ ein, um die Gründung des „projektierten Boosseler-Vereins“ voranzutreiben. Rückblickend darf dieser Termin als eigentliche Geburtsstunde unseres Vereins gelten. Denn schon in den nächsten Inseraten im „Anzeiger“, die auf die erste Generalversammlung am 26. März 1911 aufmerksam machten, ist von einem amtierenden Gründungsvorstand die Rede, von dem leider keine Namen seiner Mitglieder überliefert sind. Auf der Tagesordnung dieser Versammlung standen vornehmlich die Erhebung der Beiträge sowie insbesondere die Aufnahme neuer Mitglieder. Schon in den ersten Gründungswochen deutete sich so bereits ein reges Interesse am neu gegründeten Verein an.

Auf den ersten Sommer nach Vereinsgründung folgte am 1. Oktober eine weitere Generalversammlung. Wiederum konnten neue Mitglieder in den Verein aufgenommen werden. Ebenso geht aus mehreren vorangehenden Anzeigen aus dem September hervor, dass sich die Mitglieder mittlerweile auf einen Namenszusatz geeinigt hatten. Von nun an wurden Annoncen in der Regel mit dem bis heute fortlebenden Vereinsnamen „He löpt noch“ Willen überschrieben. Nun endlich mit einem „vollen“ Namen ausgestattet, sollte am 8. Oktober 1911 das erste Stiftungsfest des noch jungen Vereins veranstaltet werden. Während am Nachmittag ein Wettboßeln organisiert wurde, konnte am Abend ein Ball gefeiert werden. Das erste Kapitel in der Geschichte unseres Boßelvereins war geschrieben…

Quelle: Vereinschronik zum 100-jährigen Jubiläum

Teil 2 >

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